Gemeinsamer HerstellungsprozessMit einer der selbst entwickelten Maschinen (siehe Cooperative Wirgane) wird die weiche Fruchtschale von der Nuss gelöst, jedoch noch nicht separiert. Beide Komponenten kommen noch gemeinsam aus der Maschine. Im nächsten Schritt wird, mit einer weiteren selbst entwickelten Maschine, die Nuss endgültig von der Fruchtschale gelöst und getrennt voneinander ausgeworfen. Für diese beiden Arbeitsschritte benötigt die Maschine pro 60 kg Sack ca. 5 – 10 min. Traditionell dauert das Entfernen der Fruchtschale per Hand zwei volle Arbeitstage. Die Fruchtschale ist sehr säurehaltig und im traditionellen Verfahren sind Verätzungen der Hände keine Seltenheit.
Die Nüsse werden in Säcke abgefüllt und dann zum Knacken an die Frauen der Kooperative verteilt. Diese Arbeit ist dann auch in der Cooperative Wirgane Handarbeit und wird von den Frauen zu Hause erledigt. Der Grund für diese "Heimarbeit" ist sozialer Natur. Die Frauen müssen sich nicht um die Unterbringung ihrer Kinder kümmern, gehen nebenbei ihren häuslichen Pflichten nach und sind dadurch auch mit mehr Spaß und Freude bei der Arbeit. (...was bekanntlich nicht schädlich ist...) Einmal in der Woche treffen sich dann alle Frauen in der "Firma" und sortieren gemeinsam die vorher gewonnenen Kerne. Sie schauen nach Verunreinigungen, zu kleinen oder vertrockneten Exemplaren bzw. sonstigen Gründen, warum ein Kern vom weiteren Weg ausgeschlossen werden sollte. Nach dieser ersten Qualitätskontrolle gehen die Kerne dann wieder maschinelle Wege. Die sind jedoch unterschiedlich, je nachdem ob Speise- oder Pflegeöl produziert werden soll. Wirganic® das Pflegeöl
Die Kerne werden sofort nach der Sortierung, ohne Wasserzusatz und ohne weitere menschliche Berührungspunkte, mit niedrigem Druck kaltgepresst. Dadurch ist sichergestellt, dass die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten werden. Diese Presse ist von Moshine Bendkia modifiziert worden und wird ausschließlich für die Produktion des Pflegeöls verwendet. Das herausgepresste Öl wird aufgefangen und durch insgesamt 3 Spezialfilter gepumpt. Die Abfüllung erfolgt dann, je nach Kundenwunsch, in unterschiedliche Gebinde.
INFO: Traditionell kommen die Kerne in eine Mühle, werden dort gemahlen und langsam mit Wasser versetzt, bis eine breiige Masse entstanden ist. Während der Wasserzugabe wird regelmäßig mit der Hand umgerührt und sobald erkennbar ist, dass sich das Öl vom Brei absetzt – das ist übrigens reine Erfahrungssache der Frauen – wird der Brei in die Hände genommen und mit den Handballen solange geknetet, bis das Öl heraustropft. Der Zusatz von Wasser verringert die Haltbarkeit des Öls. Wirganio® das Speiseöl
Die Kerne, die nicht Pflege- sondern Speiseöl werden, gehen nach der Sortierung durch die Frauen in einen, wiederum speziell von Moshine Bendkia entwickelten, Ofen und werden dort geröstet. Das Prinzip dieses Ofens basiert auf einer Rotation, bei genau definierter Zeit- und Temperatureinstellung. Dies gewährleistet die schonende und vor allem gleichmäßige Röstung der Kerne. Die exakte Einstellung von Zeitraum und Maximaltemperatur verändert die molekulare Struktur der wertvollen Inhaltsstoffe nur minimal.
Nach der Röstung werden die Kerne in einer separaten, extra für das Speiseöl modifizierten, Presse weiterverarbeitet. Im Unterschied zur Pflegeöl-Presse ist der Druck bei der Speiseölproduktion noch niedriger . Ziel ist der größtmögliche Erhalt der molekularen Struktur der Inhaltsstoffe. Filterung und Abfüllung erfolgt dann wieder äquivalent zum Pflegeöl, ebenfalls in Gebinde, die nach Kundenwunsch variieren. (z.B. gibt es das Speiseöl in Glasflaschen sowohl in Weiß- als auch in Braunglas. „Kenner“ nehmen das Braunglas, damit die UV-Strahlung nicht die Haltbarkeit negativ beeinflusst, „Skeptiker“ nehmen das Weißglas, weil sie sehen wollen was drin ist......!!) Nach jedem Produktionstag werden alle mit dem Öl in Berührung kommenden Teile der Maschinen demontiert und intensiv greinigt. INFO: Traditionell werden die Kerne über offenem Feuer geröstet und von den Frauen in bestimmten Abständen durchgerührt bzw. gewendet. Diese Art der Röstung hat zur Folge, dass einige Kerne dunkler, „härter“ geröstet werden als andere und so keine gleichmäßige Röstung sichergestellt werden kann. Die „Härte“ der Röstung bestimmt hauptsächlich die Farbe des Speiseöls, hat keinen wesentlichen Einfluss auf den Geschmack und kann sich negativ auf die Qualität auswirken. Je dunkler das Öl, desto härter geröstet, desto größer die Veränderung der molekularen Struktur, desto schlechter die Qualität, weil zuviele der wertgebenden Inhaltsstoffe verloren gehen.
Trotz des hohen Technisierungsgrades ist die Cooperative Wirgane in der Lage, Arganöl auch nach traditioneller Methode zu produzieren. Dies geschieht aber ausschließlich auf Kundenwunsch.
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